Regierungsbehörde warnt vor zunehmender Gesundheitsgefährdung durch den Klimawandel in Deutschland

BERLIN (AP) – Die deutsche Seuchenbekämpfungsbehörde warnte am Donnerstag, dass steigende Temperaturen aufgrund der globalen Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von Hitzschlag, durch Vektoren übertragenen Krankheiten und anderen Gesundheitsrisiken im Land erhöhen werden.

Das Robert-Koch-Institut sagte, Lungenerkrankungen durch Waldbrände und landwirtschaftlichen Staub könnten zu einem wachsenden Problem werden, ebenso wie Hautkrebs aufgrund erhöhter ultravioletter Strahlung, da in Deutschland längere Zeiträume ohne Wolken herrschen.

Im ersten von drei Berichten des Instituts über die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland, die im Journal of Health Monitoring veröffentlicht wurden, nannten die Autoren als Beispiel die kürzliche Ankunft von Hyalomma-Zecken im Land, die für Typhus verantwortliche Bakterien übertragen können neu auftretende Krankheitsbedrohungen.

Die Zecken sowie Asiatische Tigermücken, die Dengue-, Gelbfieber- und Zika-Virus übertragen können, wandern in neue Regionen, in denen es für die Art bisher zu kalt war.

Eine weitere Gefahr geht von Vibrio-Bakterien aus, die in Brackwasser bei Temperaturen über etwa 20 Grad Celsius gedeihen. Die Erreger können durch kleine Risse in der Haut in den Körper eindringen und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwere Erkrankungen verursachen, sofern sie nicht schnell mit Antibiotika behandelt werden.

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An der deutschen Ostseeküste kam es in den letzten Jahren zu mehreren Fällen bei mit Vibrio-Bakterien infizierten Schwimmern.

Die größte Bedrohung geht jedoch von anhaltenden Hitzewellen aus. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese mit fortschreitendem Klimawandel häufiger und extremer werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben im vergangenen Jahr in Deutschland etwa 4.500 Menschen bei Hitzewellen.

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