Kürzungen bei Opioiden im Zusammenhang mit Operationen können mehr schaden als nützen

Von Cara Murez HealthDay Reporterin

(Gesundheitstag)

DIENSTAG, 20. Juni 2023 (HealthDay News) – Viele Ärzte haben aufgrund der Opioidabhängigkeitskrise in den Vereinigten Staaten aufgehört, Opioide gegen Schmerzen zu verabreichen, selbst während Operationen. Doch eine neue Studie stellt die Weisheit dieses Ansatzes in Frage.

Eine Einschränkung der Medikamenteneinnahme während einer Operation könnte mehr schaden als nützen, berichten Forscher.

„Die Opioidkrise ist ein wichtiger Beweggrund für die Minderung der Risiken des Opioidkonsums“, sagte Studienmitautorin Dr. Laura Santa Cruz Mercado, die zum Zeitpunkt der Studie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Massachusetts General Hospital (MGH) war.

„Aber eine angemessene Opioidverabreichung im Operationssaal kann den gesamten Opioidkonsum nach der Operation reduzieren“, fügte sie in einer Pressemitteilung des Krankenhauses hinzu.

Sie und ihre Kollegen analysierten Informationen von mehr als 61.000 Erwachsenen, die zwischen 2016 und 2020 am MGH operiert wurden.

Sie fanden heraus, dass Patienten, denen während der Operation mehr Opioide Fentanyl und Hydromorphon verabreicht wurden, weniger Schmerzen hatten. Diese Patienten verwendeten auch im Krankenhaus nach dem Aufwachen aus der Narkose weniger Opioide.

Die Studie ergab, dass bei Patienten, die höhere Mengen Fentanyl erhielten, die Wahrscheinlichkeit geringer war, dass sie unkontrollierte Schmerzen verspürten oder innerhalb von drei Monaten nach der Operation neue chronische Schmerzen diagnostiziert wurden. Es war auch weniger wahrscheinlich, dass ihnen 30, 90 und 180 Tage nach der Operation Opioide verschrieben wurden, und es war weniger wahrscheinlich, dass sie einen neuen anhaltenden Opioidkonsum entwickelten. Dies alles wurde beobachtet, ohne dass die Nebenwirkungen zunahmen.

Diese Arbeit wurde teilweise von den US National Institutes of Health finanziert. Die Ergebnisse wurden am 14. Juni in der Zeitschrift veröffentlicht JAMA-Chirurgie.

Es ist wichtig, dass Patienten die Vollnarkose nicht mit Schmerzen verlassen, so die Studie. Dies ist nicht nur für ihr kurzfristiges Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung, sondern auch zum Schutz vor anhaltenden Schmerzen und der Notwendigkeit eines längeren Opioidkonsums, so die Forscher.

Zusätzliche Forschung sei nötig, um Operationsteams klarere Leitlinien zu geben, sagte der Co-Autor der Studie, Patrick Purdon, außerordentlicher Professor für Anästhesie an der Harvard Medical School.

„Wir müssen neue Technologien entwickeln, um Anästhesisten dabei zu helfen, die Opioidverabreichung im Operationssaal auf personalisierte Weise zu titrieren und zu optimieren“, sagte Purdon. „Aber diese Daten geben uns Hinweise darauf, dass solche Bemühungen auf lange Sicht erhebliche Vorteile haben könnten.“

QUELLE: Massachusetts General Hospital, Pressemitteilung, 15. Juni 2023

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