„Komplexe“ genetische Zusammenhänge zwischen Marihuanakonsum und psychiatrischen Erkrankungen

Von Cara Murez HealthDay Reporterin

(Gesundheitstag)

DIENSTAG, 23. Mai 2023 (HealthDay News) – Laut einer neuen Studie besteht bei einer Untergruppe von Menschen aufgrund ihrer Genetik möglicherweise ein hohes Risiko sowohl für psychiatrische Störungen als auch für den Konsum von Marihuana.

Forscher der Universität Oslo in Norwegen haben herausgefunden, dass einige der mit Cannabiskonsum verbundenen genetischen Varianten auch mit psychiatrischen Störungen zusammenhängen.

„Diese Ergebnisse sind wichtig, da sie zeigen, dass die komplexen Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und diesen Störungen möglicherweise nicht nur durch den Cannabiskonsum selbst verursacht werden, sondern auch durch eine gemeinsame genetische Anfälligkeit bedingt sein könnten“, sagte die leitende Co-Autorin Nadine Parker in einer Universitätsnachricht freigeben.

Die Rate des Cannabiskonsums ist bei Patienten mit Störungen im Zusammenhang mit Psychosen, einschließlich Schizophrenie und bipolarer Störung, hoch. Laut der Studie ist Cannabis eine psychoaktive Droge, die manchmal psychotische Symptome hervorrufen kann.

„Diese Studie zeigt, dass unserer Anfälligkeit sowohl für Cannabiskonsum als auch für bestimmte psychiatrische Störungen eine gemeinsame genetische Grundlage zugrunde liegt“, sagte der leitende Co-Autor Weiqiu Cheng in der Pressemitteilung.

Um dies zu untersuchen, verwendeten Parker, Cheng und ihre Kollegen fortschrittliche statistische Modelle. Sie fanden heraus, dass die Mehrzahl der gemeinsamen Varianten das Risiko sowohl für den Cannabiskonsum als auch für die Entwicklung einer Schizophrenie oder einer bipolaren Störung erhöhte. Dennoch gab es einige genetische Varianten mit gegensätzlichen Wirkungen, die das Risiko des Cannabiskonsums erhöhten und gleichzeitig das Risiko für die beiden psychiatrischen Störungen verringerten.

In einigen Teilen der Welt werde Cannabis medizinisch zur Schmerzlinderung oder als Antidepressivum eingesetzt, so die Autoren. Ein Bestandteil des Medikaments wird als potenzielle Behandlung von Psychosen in Betracht gezogen.

„Gemeinsame genetische Varianten mit gegensätzlichen Wirkungen könnten auf das Vorhandensein biologischer Mechanismen hindeuten, die die positiven Wirkungen von Cannabis unterstützen könnten“, sagten die Forscher.

Diese Ergebnisse könnten zu einer personalisierten Betreuung, einschließlich präventiver und interventioneller Maßnahmen für Hochrisikopersonen, führen, so die Autoren. Dazu könnte die Reduzierung des Cannabiskonsums bei Personen mit einem hohen genetischen Risiko für Schizophrenie und bipolare Störung sowie die Stratifizierung der Patienten für speziellere Behandlungspläne gehören.

Zukünftige Studien, die die biologischen Auswirkungen der gemeinsamen genetischen Varianten untersuchen, könnten zur Entwicklung gezielterer Behandlungsanstrengungen beitragen, sagten die Autoren.

QUELLE: Universität Oslo, Pressemitteilung, 19. Mai 2023

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